Arbeitskreis Ärzte

 

 Aktuelles

 

Bericht des Treffens des Arbeitskreises Ärzte vom 09.-10.05.2007 in Klosterneuburg / Wien

Der erste Themenschwerpunkt bezog sich auf Scoreing zur Dokumentation in Querschnittzentren. Hierzu gab Roland Thietje (Hamburg) einen aktuellen Zwischenbericht zum BobScore. In der regen Diskussion wurde über die Sinnhaftigkeit und Aussagekraft, das notwendige Maß der Anwendung verschiedener Scores, den Zeitaufwand und die Praktikabilität der Dokumentation diskutiert. Verschiedene Ansichten prallten aneinander und es musste wohl der Schluss gezogen werden, dass Scores einen Teil der zeitgemäßen Dokumentation darstellen, jede Abteilung aber entsprechend ihren Ressourcen und Bedürfnissen den eigenen Wege festzulegen hat. Ein für alle anwendbarer Score wäre wohl im Sinne einer "gemeinsamen Sprache" und Vertretbarkeit nach außen wünschenswert, scheint derzeit aber nicht realistisch.

Der zweite Themenschwerpunkt wurde von Karl Schrei und Karin Gstaltner (Klosterneuburg) präsentiert. In vielen Zentren werden die querschnittgelähmten Patienten bezüglich ihrer proktologischen Probleme und der fäkalen Inkontinenz von der Pflege betreut. In den letzten Jahren hat aber die allgemeine Proktologie zahlreiche Operationsmethoden erfolgreich implementiert, die durchaus auch für Querschnittgelähmte von Bedeutung sein könnten. Sowohl die Methode der minimal invasiven Hämorrhoidenoperation (HAL) als auch die Analprolapsversorgung mittels Recto Analem Repair (RAR) wurden vorgestellt. Die Möglichkeit der Inkontinenzbehandlung bei inkompletter schlaffer Lähmung mittels Sakraler Nervenstimulation (SNS) und bei kompletter schlaffer Lähmung mit Hilfe der Implantation eines künstlichen Sphinkters wurden präsentiert. Die Methoden werden im RZ Weißer Hof seit geraumer Zeit erfolgreich angewendet und sollten Grundlage zur Diskussion sein. Eine sehr offene und erfreulich ehrlich geführte Diskussion zeigte, dass die Lebensqualität querschnittgelähmter Patienten oftmals von ihrer fäkalen Inkontinenz und weiteren proktologischen Problemen bestimmt wird, die medizinischen Möglichkeiten der Therapie jedoch eingeschränkt sind. Die Schlussfolgerung war, sich der Problematik von ärztlicher Seite vermehrt anzunehmen und Kontakte zu entsprechenden Spezialisten zu suchen, um für unsere Patienten relevante Methoden anbieten zu können.

K.Gstaltner, H.P.Jonas, Bad Häring