Arbeitskreis Pflege

 

 Aktuelles

 

Bericht des Arbeitskreises Pflege vom 09. - 10.05.2007 in Klosterneuburg / Wien

Mit einem beeindruckenden Dokumentarfilm, der einen Einblick in den Aufenthalt am Weißen Hof aus der Sicht des Patienten wiedergab, startete der Arbeitskreis Pflege am 09. - 10.05.07 in Klosterneuburg sein Treffen.

Mit Themen wie u. a. die Sauer Stiftung, ParaHelp , Inkontinenz- und Stomaberatung, Darmmanagement (DM)-Beratung beschäftigte sich der Arbeitskreis Pflege in seiner Frühjahrssitzung.

Die Manfred-Sauer-Stiftung ist eine private, rechtsfähige Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat Querschnittgelähmte und deren Partner bei der aktiven Lebensgestaltung und Leistungsbereitschaft zu unterstützen. Durch ihre barrierefreie Begegnungsstätte für Rollstuhlfahrer und Fußgänger fördert sie ein natürliches Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen. Zwischenmenschliche Barrieren werden abgebaut und das Verständnis füreinander aufgebaut.

Die Stiftung stützt sich auf die Schwerpunkte:

  • Individuelles Wohlbefinden durch ein gutes Körpergefühl

  • Schmackhafte Mehrwert-Ernährung, die alle Sinne anspricht und die Gesundheit fördert

  • Kreative Betätigung in den exemplarischen Werkstätten oder Weiterbildung im Seminarbereich, um Neigungen und Fähigkeiten zu entdecken, zu entwickeln und zu fördern

Besonders zu erwähnen ist die erste durchgeführte Hausmesse zum Thema „Hilfsmittel ermöglichen ein aktives Leben“ und Impulstage für Pflegende. Mögliche Therapien und Aufenthalte für Betroffene können evtl. über den Kostenträger abgerechnet werden.

Auch der Verein für Beratung in Pflege und Rehabilitation zur Unterstützung von Menschen mit Querschnittlähmungen sowie weiteren Erkrankungen mit neurologischen Ausfällen im spitalexternen Umfeld in der ganzen Schweiz, ParaHelp, war ein besonderes Highlight.

Die Intention des Vereins ist es die ambulante pflegerische Beratung und Nachbetreuung von Personen mit angeborener oder erworbener traumatischer resp. krankheitsbedingter Querschnittlähmung, sowie von Personen mit Myopathien oder neurogenen Muskelerkrankungen, die mit Lähmungen einhergehen. ParaHelp sorgt für eine Koordination und Vernetzung der vorhandenen Ansprechpartner wie zum Beispiel Querschnittzentren, Kliniken, Heimen und therapeutischen Diensten.

Häufige Themen ihrer Beratungen sind:

  • Inkontinenzversorgung Blase/Darm

  • Hautpflege /Dekubitus

  • Mobilität

  • Lagerungen und Hilfsmittel

  • Entlastungs- und Ferienmöglichkeiten

Von Hausbesuchen zur Beurteilung der Pflegesituation, fachkompetenter Beratung zu pflegerischen Problemen, Selbständigkeitstraining für Kinder und Jugendliche, Schulung zu den verschiedenen Pflegeschwerpunkten zu Hause, im Pflegeteam oder in Fortbildungsveranstaltungen bis hin zur Vermittlung von Fachspezialisten und Hilfsmitteln präsentiert sich ParaHelp als ein kompetenter Partner für Menschen mit Behinderungen.

Dokumentationssysteme, nicht mehr aus unserem Arbeitsalltag wegzudenken, war auch ein Thema an der BG Tübingen. Mit geringem Zeitaufwand konnte ein Dokumentationssystem etabliert werden, dass für den Anwender benutzerfreundlich und vor allen Dingen weniger Zeit für die Dokumentation in Anspruch nimmt. Unterstützt wird die Dokumentation des Pflegeverlaufs/Pflegeplanung durch den Patienten, der in den letzten 4 Wochen seiner Rehabilitation seine Pflegeplanung selbständig – mit Hilfe der Pflegenden - dokumentiert. Eine entsprechende Schulung der Patienten geht voraus. Für eine lückenlose Dokumentation, liegen die Verlaufsbögen am Bett.

Einen spannenden Vortrag erwartete die Mitglieder auch über die Fachberatungsstellen im RZW Inkontinenz- und Stomaberatung, DM-Beratung. Speziell wurde hier auf die DM-Beratung eingegangen. Die Beratung zu diesen Themen wird von den Patienten sehr positiv gesehen und gerne angenommen. Es erfolgt eine sehr genaue Terminvergabe, die die Dauer des Gespräches im Einklang mit den Terapieplänen berücksichtigt.

Hilfreich für die Beratungsstelle war die Patientenumfrage im Jahr 2004 zu den Stomaanlagen, um hier ein effektives Management zu entwickeln.

Das Klassifizierungssystem der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) löste eine anregende Diskussion aus. Zeitersparnis und die verbesserte Qualität der Betreuung durch das ICF wurden im Arbeitskreis sehr positiv aufgenommen. Voraussetzung hierfür ist die einheitliche Sprache in der Kommunikation. Eine einheitliche Dokumentation aller Berufsgruppen wurde versucht, konnte aber bisher nicht erreicht werden.

Die ARGE Schulungskonzept berichtete über die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Bei der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass die Einbeziehung der Angehörigen ein wesentlicher Punkt des Schulungskonzeptes sein sollte und zu berücksichtigen ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt sollte sein, dass alle Mitarbeiter zu schulen sind (alte und neue Mitarbeiter). Denn auch Mitarbeiter, die schon länger im Unternehmen tätig sind, wissen nicht alles. Nach längeren Diskussionen ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ausarbeitung über das Wissensmanagement in der Querschnittlähmung im Allgemeinen und der zeitliche Aufwand für neue Mitarbeiter festzulegen ist. Parallel werden Literaturrecherchen über Neuheiten auf dem Gebiet der Querschnittlähmung durchgeführt. Gespannt erwarten wir die Ergebnisse auf der nächsten Arbeitskreissitzung.

Der Arbeitskreis Pflege konnte sich an den zwei Tagen über die Themenvielfalt und den anregenden, konstruktiven Diskussionen erfreuen. Diese wurden durch das nette Umfeld, der guten Organisation der Veranstaltung sowie der diskussions-freudigen Teilnehmer gefördert. Allen Beteiligten möchte ich recht herzlich dafür danken.

C. Moll, M. Osbahr


Bericht des Arbeitskreises Pflege vom 16. - 17.10.2007 in Karlsbad- Langensteinbach

Der Arbeitskreis Pflege traf sich vom 16.10. bis 17.10.2007 zu seiner Herbsttagung im SRH Klinikum Karlsbad Langensteinbach.
Die Abteilung Paraplegiologie des Klinikums wurde vor 30 Jahren am 17.Oktober 1977 eröffnet.

Der inhaltliche Teil war

  1. MRSA Infektionen - Einführungsreferat Deutschland
    MRSA Infektionen Schweiz
    MRSA Infektionen Österreich
    MRSA Infektionen Niederlande
    MRSA Infektionen Bayreuth

  2. Pflegemodelle, -theorien, -konzepte

  3. Pflegediagnosen

  4. Essen mit Handicap

  5. Film aus dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

  6. Struktur und Inhalte des Arbeitskreises

  7. Schulungsgruppe

  8. Aktueller Stand Darmmanagement

  9. Wahlen

  10. Dies und Das

1. MRSA Infektionen

Einführungsreferat Deutschland

Für dieses brisante Thema konnte Frau Prof. Dr. Wendt Krankenhaus - und Umwelthygiene der Universität Heidelberg gewonnen werden. Zum Einstieg in Ihren Vortrag zeigt Frau Prof. Dr. Wendt statische Daten zum prozentualen Anstieg von MRSA - Infektionen aller Staaten von 1999 bis 2006. Es zeigt sich auch in Deutschland ein Nord - Südgefälle in der MRSA Infektion.

Frau Prof. Dr. Wendt gibt einen Ausblick für das Jahr 2008

  • das Robert - Koch - Institut möchte/ wird seine Empfehlungen bzgl. MRSA überarbeiten

  • Schwerpunkte sollen die Verbesserung der MRSA - Diagnostik und die Bildung von Netzwerken unter den Kliniken sein

Die Länder Schweiz, Österreich und Niederlande stellten die Daten an einer einheitlichen Fragestellung zusammen.

MRSA Schweiz

Für die Schweiz übernahm Frau Mahler Hygiene Fachkraft vom Rehab in Basel die Präsentation MRSA im Ländervergleich. Sie verglich die Daten vom Rehab Basel mit den Daten vom SPZ Nottwil. Im Jahr 2002 gab es keine MRSA - Auftritte bei allen aufgenommen Patienten.

Es ist eine steigende Tendenz von 2005 auf 2006 von 19 auf 21 Patienten, generell gibt es ein deutliches Ost - West Gefälle.
4 Regionen haben eine enorm hohe Rate an MRSA Infektionen. Im Jahr 2004 gab es in Nottwil einen extremen Ausbruch, dabei waren 9 Patienten und 9 Mitarbeiter infiziert. Die Quelle wurde gefunden und seither wird in diesem Haus ein Outbreakmanagement erarbeitet.
Es werden weiter alle neu eingestellten Mitarbeiter/ innen innerhalb ersten 4 Wochen gescreent.

MRSA Österreich

Für Rehabilitationszentrum Bad Häring berichtete Herr Maierl über die Daten der Hygienefachkraft in Bad Häring . Das Bundesministerium führte von 2000 - 2005 eine Studie, diese ist im Internet unter www.ages.at Suchfeld EARSS - Suchfeld MRSA - Resistenzberichte Aures Seite 30 - 36 abrufbar. Hier zeigte sich eine leichte Zunahme der MRSA Fälle, es gab keine MRSA Ausbrüche.
Im Rehabilitationszentrum Tobelbad wurden im Jahr 2006 3 Patienten auf MSRA positiv getestet.

MRSA Niederlande

Für die Niederlande standen an der Herbsttagung die Daten nicht zur Verfügung.

MRSA im Klinikum Hohe Warte

Herr Erler vom Klinikum Hohe Warte Bayreuth berichtete über die Daten in seiner Klinik. Im Jahr 2000 gab es eine sprunghafte Zunahme bzw. Feststellung von MRSA - Infektionen. Ein meldepflichtiger Ausbruch im Dezember 2005, hier lag die Kolonisationsrate bei 26,5%, 94% aller Isolate hatten den gleichen Stamm. Beim Personalscreening waren 25% positiv.

Das KH Hohe Warte hat durchschnittlich 7,8 MRSA - Behandlungstage. Es wurde ein Hygienisches Datenmanagement installiert

2. Pflegemodelle, -theorien, -konzepte

Frau Geng führte mit ihrem Referat sehr umfangreich in das Thema ein.

3. Pflegediagnosen

Die BG Klinik Bergmannstrost Halle arbeitet schon seit längerem mit Pflegediagnosen. Herr Gaede berichtete über die Erarbeitung bis zur Erprobung und Durchführung der Pflegediagnosen in den Stationen.

4. Essen mit Handicap

Frau Sparmann studiert an der Kunstakademie Dessau Produktdesign und Kommunikationsdesign, sie arbeitet mit der BG Klinik Bergmannstrost zusammen. Sie stellte Ihre Bachelorarbeit Essen mit Handicap vor. Frau Sparmann entwickelte ein Besteck für Tetraplegiker mit sehr viel Engagement, sehr gutem Design und Sachverstand. Diese Entwicklung stellte sie einem überragenden Vortrag eindrucksvoll dar.

5. Film aus dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

Die Abschlussklasse der Pflegeschule des Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke hatte einen Film gedreht und Herr Birkholz zeigte diesen Film.

6. Struktur und Inhalte des Arbeitskreises

In einer Gruppenarbeit wurden fünf Themen erarbeitet und anschließend im Plenum vorgestellt. Diese Gruppenarbeit bestätigte, dass es notwendig war über Erwartungen, welche Inputs es im AK geben soll, welche Aktivitäten im Vordergrund stehen, was eine gute AK Tagung aus macht und welche Wünsche / Verbesserungsvorschläge es gibt.

7. Schulungsgruppe

In Wien hatte sich eine Arbeitsgruppe getroffen und über wie viel Schulung braucht ein Zentrum berichtet. Es wurde über das weitere Vorgehen und bisherige gesprochen.

8. Aktueller Stand Darmmanagement

Frau Geng und Frau Erdmann berichteten über den Stand aus der Arbeitsgruppe Neurogene Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung.

9. Wahlen

  • In den wissenschaftlichen Beirat wurde Henry Rafler, BG Klinik Bergmannstrost Halle gewählt

  • Vorsitzende wurde Monika Erdmann, SRH Klinikum Karlsbad Langensteinbach

  • Stellvertretende Vorsitzende Jana Bauer, Unfallkrankenhaus Berlin

Wir möchten uns für die jahrelange, geleistete Arbeit im wissenschaftlichen Beirat bei Frau Fonatsch und als Vorsitzender bei Herrn Osbahr bedanken.

Monika Erdmann, Langensteinbach
monika.erdmann@srh.kkl.de