| Ludwig Guttmann - Preis |
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Ludwig- Guttmann- Preisträger 2005: Markus Wirz
Effektivität eines automatisierten Lokomotionstrainings bei Patienten mit chronischer inkompletter Querschnittlähmung: eine multizentrische Studie
Lebenslauf von Markus Wirz persönliche Angaben: geboren am 22. Februar 1967 in Basel / Schweiz. Markus Wirz ist verheiratet und Vater von zwei Mädchen (geboren 1994 und 1999) und einem Knaben (geboren 1996). Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Zürich.
Ausbildung / Berufliche Tätigkeit
Präsentationen
Posterpräsentationen
Publikationen
Dietz
V, Wirz M, Jensen L. Colombo
G, Wirz M, Dietz V. Dietz
V, Wirz M, Colombo G, Curt A. Dietz
V, Wirz M, Curt A, Colombo G. Dietz
V, Nakazawa K, Wirz M, Erni T. Colombo G,
Wirz M, Dietz V. Wirz
M, Colombo G, Dietz V. Jarchow T, Wirz
M, Haslwanter T, Dietz V, and Straumann D. HJ.A. van Hedel,
PT, MS, M. Wirz, PT, V. Dietz, MD, FRCP Wirz M, Zemon DH,
Rupp R, Scheel A, Colombo G, Dietz V, Hornby TG Schädler, Lüthi,
Marks, Wirz, Pfeffer, Kool: Effektivität eines
automatisierten Lokomotionstrainings bei Patienten mit chronischer
inkompletter Querschnittlähmung: eine multizentrische Studie Wirz Ma, Zemon DHb, Rupp Rc, Scheel Ad, Colombo Ga, Dietz Va, Hornby TGb,e,f a
Paraplegikerzentrum der Universitätsklinik Balgrist, Zürich b
Sensory Motor Performance Program, Rehabilitation Institute of Chicago,
Chicago, IL c
Stiftung Orthopaedische Universitätsklinik Heidelberg d
Schweizerisches Paraplegikerzentrum Basel e
Department of Physical Medicine and Rehabilitation, Northwestern University,
Chicago, IL f
Department of Physical Therapy, University of Illinois, Chicago, IL Referenz Wirz M, Zemon DH, Rupp R,
Scheel A, Colombo G, Dietz V, Hornby TG. Effectiveness of Automated
Locomotor Training in Patients with Chronic Incomplete Spinal Cord Injury: A
Multicenter Trial. Arch Phys Med Rehabil. 2005;86: 672-80 Einführung Gestützt auf
tierexperimentelle Studien der Bewegungssteuerung hat sich in der
Rehabilitation von Patienten mit Gangstörungen das Lokomotionstraining auf
dem Laufband seit 15 Jahren etabliert. Diese Therapieform wurde vor 3 Jahren
um einen Roboter erweitert. Dieser ersetzt bei Patienten mit schweren
Paresen nach zentral motorischer Läsion die manuelle Unterstützung der
Beinbewegungen beim Gehen. Bei einer inkompletten Querschnittlähmung
erfolgt innerhalb der ersten 24 Monate häufig eine spontane Erholung der
funktionellen Beeinträchtigungen, was die Evaluation von spezifisch
physiotherapeutischen Interventionen, wie dem Lokomotionstraining in dieser
Phase erschwert. Deshalb wurde diese Studie bei Patienten durchgeführt,
deren Querschnittlähmung seit mindestens 24 Monaten bestand. Fragestellung: kann ein
automatisiertes Lokomotionstraining durch eine motorisierte Gehorthese die
Gehfähigkeit von Patienten mit einer inkompletten Querschnittlähmung im
chronischen Stadium verbessern? Forschungsdesign Messwiederholung
oder Summe von Einzelfallexperimenten nach dem A-B-Schema. Kliniken Rehabilitationskliniken in
Chicago, USA; Heidelberg, Deutschland; Basel und Zürich, Schweiz. Patienten 20 Patienten (18 Männer und 2 Frauen, Alter: 40±14J), mit einer chronischen (5.9±4.9J nach Ereignis), motorisch inkompletten Querschnittlähmung (11 Tetraparesen, 9 Paraparesen) traumatischer oder ischämischer Ursache wurden in diese Studie aufgenommen. Der Schweregrad der neurologischen Ausfälle entsprach der Klassifizierung der American Spinal Injury Association: C (n=9) und D (n=11). Die Mehrzahl der Patienten war zu Beginn des Trainings beschränkt gehfähig (n=16). Intervention Alle Patienten führten ein Lokomotionstraining auf einem Laufband mit teilweiser Entlastung vom Körpergewicht und der Assistenz durch die motorisierte Geh-Orthese Lokomat® durch. Die Trainingsserie bestand aus 3-5 Trainings pro Woche und dauerte 8 Wochen. Die Gehzeit eines einzelnen Trainings betrug bis zu 45 Minuten bei einer Geschwindigkeit von 1.5-2.4km/h. Die Teilentlastung des Körpergewichts wurde so gering wie möglich gehalten. Ergebnismessung Vor, während und
nach dem Training wurde die Mobilität der Patienten mit folgenden Tests
beurteilt: Walking Index for Spinal Cord Injury II (WISCI II) zur Erfassung
des Gehstatus hinsichtlich erforderter Hilfsmittel, -personen oder Schienen;
10-m Gehtest für die Messung der Gehgeschwindigkeit; der 6-min Gehtest
wurde verwendet, um die Ausdauer zu messen und der Timed “Up and Go”
-Test (TUG) für die Kombination verschiedener Mobilitäts-Aufgaben. Bei
einer Untergruppe von 10 Patienten wurde zusätzlich die Willkürmotorik der
unteren Extremitäten (LEMS) entsprechende dem ASIA Protokoll und die
Spastizität mit einer Kombination verschiedener Tests (Spinal Cord
Assessment Tools for Spasticity-SCATS) gemessen. Resultate Während des achtwöchigen
Trainings haben die Patienten durchschnittlich 26 ± 4.3 Trainingseinheiten
durchgeführt. Die in einem Training zurückgelegte Distanz betrug im Mittel
1279 ± 282m bei einer durchschnittlichen Teilentlastung des Körpergewichts
von 37 ± 17%. Das Lokomotionstraining führte zu einer Zunahme der
Gehgeschwindigkeit (0.11 ± 0.1 m/s), einer Verlängerung der in 6 Minuten
zurückgelegten Strecke (32.3 ± 37.5m) und einem geringeren Zeitbedarf für
die Bewältigung der TUG-Aufgabe (Abnahme um 25 ± 30 s) bei den Patienten,
die bereits vor dem Training gehfähig waren. Patienten mit stärker beeinträchtigter
Gehfähigkeit zeigten den größten Therapieerfolg. Patienten, die nicht
gehfähig waren, erreichten trotz guter Willkürmotorik keine Gehfunktion
durch das Lokomattraining allein. Keine Veränderungen zeigten sich im
Bedarf an Hilfsmitteln, -personen oder Schienen. Veränderungen der Willkürkraft
(Zunahme von 2.5/50 Punkten) und der Spastizität korrelierten nicht mit den
Veränderungen der Gehfähigkeit. Schlussfolgerung Ein intensives Lokomotionstraining mit Hilfe einer motorisierten Geh-Orthese resultierte in einer Zunahme der Gehfähigkeit. Diese Verbesserung erfolgte ohne eine entsprechende Verbesserung der neurologischen Ausfälle (ASIA Score). Fazit ist, dass funktionelle Veränderungen mit klinisch-neurologischen Tests nur unzureichend erfasst werden können. Folglich gehören zur Erfassung einer zentral motorischen Schädigung neben der klinisch-neurologischen Untersuchung noch funktionelle Tests.
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